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Sabine Beyer, Thomas Isselhard
Ökologisch nachhaltiger Umbau eines denkmalgeschützten Bauernhauses für gemeinschaftliches Mehrgenerationenwohnen
Das Eigentümerpaar einer ehemaligen Hofstelle im ländlichen Walsroder Ortsteil Südkampen (440 EW, Heidekreis) möchte die bislang ungenutzte große Diele des denkmalgeschützten Haupthauses zu einer barrierefreien Gemeinschaftswohnung für ein generationenübergreifendes Wohnprojekt um- und ausbauen.
Im Bestand bereits vorhanden sind die große Wohnung der vierköpfigen Eigentümerfamilie über zwei Etagen im Haupthaus – die dann in zwei Wohnungen geteilt werden soll – sowie zwei bereits ausgebaute und zurzeit unvermietete Wohnungen im ehemaligen Backhaus. Insgesamt sollen künftig neben der Familie vier bis sechs weitere Personen auf dem Hof leben.
Beide Eigentümer*innen besitzen umfassende Erfahrungen und vielfältige Kontakte, sowohl in puncto nachhaltige Sanierung von Bestandsgebäuden im ländlichen Raum (u.a. über das Netzwerk Nachhaltiges Bauen e.V.) als auch mit und zu gemeinschaftlichen Wohnprojekten in der Region. Ihr Ziel ist es, ein Modell für die Umsetzung gemeinschaftlicher altersgerechter Wohnprojekte in alten Hofgebäuden zu schaffen – in baulicher, aber auch in organisatorisch-struktureller Hinsicht. Das Vorhaben wird daher durch intensive Öffentlichkeitsarbeit (u.a. Baustellenführungen, Vorträge, Ausstellung, Website) begleitet.
Geplant ist eine ökologisch anspruchsvolle energieeffiziente Sanierung des Haupthauses, die dessen ortsbildprägenden Charakter vollständig bewahrt. Außer der Diele wird das Bad der angrenzenden EG-Wohnung barrierefrei gestaltet und altersgerechter Wohnraum für bis zu vier Personen geschaffen. Die Gemeinschaftswohnung – ein großer Mehrzweckraum mit Gemeinschaftsküche und kleiner Bibliothek zu Frauenthemen – soll zu einem Begegnungsort für die Hofgemeinschaft und für am gemeinschaftlichen Wohnen interessierte Menschen werden. So sind zwei Wohnungen für „Wohnen auf Probe“ vorgesehen und soll die Präsenzbibliothek allen Interessierten aus Nachbarschaft und Umkreis regelmäßig offenstehen.
Der Anspruch, auch für Menschen mit geringen finanziellen Mitteln dauerhaft bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, soll über eine bereits gegründete Gesellschaft nachhaltig gesichert werden: Alle festen Mitbewohner*innen sollen als Gesellschafter*innen der Gemeinwohl Aufbau- und Beteiligungs-GmbH & Co. KG (GeWohlA) unabhängig von der Höhe ihrer Kapitaleinlage gleiches Mitspracherecht besitzen. Auf diese Weise möchte das Eigentümerpaar sein Eigentum auf Dauer an gemeinwohlorientierte Zwecke binden.
Die Fertigstellung und Inbetriebnahme der Gemeinschaftswohnung und des Mehrzweckraums sind für August 2025 geplant. Ende März 2025 fand die erste Baustellenführung für die Dorfgemeinschaft statt. Fördergegenstand sind der barrierefreie Umbau und die intensive Öffentlichkeitsarbeit.