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DRK-Pflegedienste Hannover gGmbH
Digitale Hilfsmittel plus haupt- und ehrenamtliches Engagement sollen Demenzkranke im Alltag unabhängiger machen und Angehörige entlasten.
Die DRK-Pflegedienste Hannover gGmbH will mit dem Projekt „Demenzengel 2.0“ an zwei Standorten erproben, wie demenziell erkrankte Personen in ihrem häuslichen Umfeld sicher leben können, ohne dass die ständige Anwesenheit ihrer Angehörigen oder von Pflegepersonal erforderlich ist. Kern ist die enge Zusammenarbeit von professioneller Pflege und ehrenamtlichem Engagement in Verbindung mit technischer Innovation im Quartier.
So kombiniert das Konzept den Einsatz digitaler Technik – wie z.B. ein digitales Armband mit Ortungsfunktion oder ein sog. „smartes“ (von zentraler Stelle aus digital zu öffnendes) Türschloss – mit Beratungsangeboten und dem Aufbau eines ehrenamtlichen Unterstützernetzwerks im Wohnumfeld der Demenzkranken. Dafür sollen neben engagierten Bürger:innen v.a. auch bekannte örtliche Anlaufpunkte wie Apotheke, Einzelhandel, Kirche oder Sportverein gewonnen werden, die wiederum ihr eigenes Netzwerk aktivieren können. Ein wichtiger Baustein ist die Schulung aller Ehrenamtlichen im Umgang mit Demenzkranken und im Gebrauch der digitalen Hilfsmittel.
Ziel ist es, den Betroffenen weitestgehende Selbstbestimmung und Sicherheit zu bieten sowie An- und Zugehörige zu entlasten. Dies schließt auch die vielen Privathaushalte ein, in denen demenziell erkrankte Menschen leben.
Geplant sind zwei Erprobungsphasen und -orte: das erste Jahr im dörflichen Umfeld des „Stümpelhofs“ in Ingeln-Oesselse (Stadt Laatzen), einem alten Dreiseithof, in dem der Projektträger einen Pflegestützpunkt, zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften (eine Demenz-WG und eine WG für ältere Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf) sowie eine Tagespflegeeinrichtung betreibt und in dem sich auch eine Dorf-Begegnungsstätte befindet. Auf Basis der Erfahrungen in diesem überschaubaren und „sicheren“ Sozialraum soll das – dann ggf. nachgebesserte – Konzept im 2. Jahr in ein urbaneres Umfeld transferiert werden, konkret in das Quartier Langenhagen-Wiesenau, am Nordrand von Hannover.
Bis November 2025 wurden bereits erste Schritte erfolgreich realisiert: So sind in der Demenz-WG mittlerweile zehn „Demenz-Engel-Uhren“ (digitale Armbänder) im Einsatz, die von allen Bewohner:innen, je nach Bedarf, genutzt werden. Vorausgegangen waren ausführliche Schulungen und Beratungen mit Mitarbeitenden, Angehörigen und Klient:innen. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, wurde die gesamte Einrichtung mit Ortungsgeräten ausgestattet. Zusätzlich wurde über Google Maps – in Absprache mit den Angehörigen – ein digitaler Radius definiert. Sobald dieser verlassen wird, sendet die Uhr ein Signal an die Hausnotrufstelle, die die Mitarbeitenden umgehend informiert und die genaue Ortung der Klient:innen ermöglicht, sodass diese schnell und sicher wieder zurückgebracht werden können.
Als nächster Schritt stehen die Auswahl und der Einsatz digitaler Türschlösser an, die mit den Uhren kompatibel sind.
Langfristig angestrebt wird ein auf unterschiedliche Räume übertragbares erprobtes Unterstützungskonzept, das demenziell erkrankten Menschen ein weitgehend selbständiges Wohnen im gewohnten Umfeld ermöglicht.