AuLa

– ein Modellvorhaben in Börger

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Projektträger

St. Josef Stift GmbH

Projektbeschreibung

Ambulant betreute Wohngemeinschaft als Angehörigen unterstützte Lebensart für ältere Menschen mit erheblichen kognitiven Einschränkungen

Das St. Josef Stift in Börger hat in seinem Hauptgebäude, dem ehemaligen Krankenhaus, eine ambulant betreute Wohngemeinschaft mit acht Plätzen eingerichtet. Zielgruppe sind Menschen mit erheblichen kognitiven Einschränkungen, beispielsweise aufgrund einer Demenz oder psychischen Erkrankung. Der Begriff „AuLa“ steht dabei für „Angehörigen unterstützte Lebensart“.

In dem vom niederländischen Pflegeheim-Betreiber Vierstroom entwickelten Konzept spielt die Zusammenarbeit mit den Angehörigen eine zentrale Rolle: Zum einen bringen diese ihr Erfahrungswissen im Umgang mit den Pflegebedürftigen und die biografischen Kenntnisse ein; zum anderen übernehmen sie verpflichtend Aufgaben in der Betreuung und Freizeitgestaltung der Wohngemeinschaft. So soll die Bindung zwischen der Trägereinrichtung, den Bewohnerinnen und Bewohnern und den Angehörigen gestärkt werden. Ziel ist es, die Erlebnis- und Ausdruckfähigkeit der Pflegebedürftigen zu fördern und nonverbale Kommunikationswege zu nutzen. Dabei gilt der Grundsatz: „So viel Gemeinschaft wie möglich, so viel Rückzug wie nötig.“

Um das Sicherheitsgefühl zu verstärken und gesundheitliche Veränderungen schnell erfassen zu können, wurde der Wohnbereich mit modernen AAL-Systemen wie elektronischen Türsicherungen, Sensormatten und Sturzdetektoren ausgestattet.

Nachdem der Umbau der Modellwohneinheit "AuLa" bereits im Frühjahr 2021 fertiggestellt war, konnten im April die ersten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen. Leider konnten die Angehörigen Corona-bedingt zunächst nicht so eingebunden werden, wie es anfangs gedacht war. Hier brachten die Impfungen eine deutliche Verbesserung, da der Zugang ins Haus erleichtert und die Interaktion zwischen Angehörigen und Pflegebedürftigen gefördert wurde.
In dem Wohnbereich leben derzeit ausschließlich Menschen mit einer Demenzerkrankung, darunter auch einige die noch sehr mobil sind. Hier erwies sich der Sensorboden bereits als sehr nützlich, um Bewegungen und Laufwege der Bewohnerinnen und Bewohner zu erkennen und Stürze zu vermeiden.

Als niedrigschwelliges Angebot für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen wurde im November 2021  in unmittelbarer Nachbarschaft zudem ein kleines Beratungs- und Begegnungshaus fertiggestellt. Hier konnten seitdem kleine Schulungen, Dienstbesprechungen, aber auch Geburtstagsfeiern sowie Veranstaltungen der Bewohnerinnen und Bewohner stattfinden. Das Gebäude ist gleichzeitig als Generationentreff für die Dorfgemeinschaft gedacht. So soll unter anderem ein offener Mittagstisch dazu beitragen, der Vereinsamung alleinstehender Seniorinnen und Senioren im Ort vorzubeugen.

Für die Zeit nach der Pandemie ist geplant, die Angehörigenarbeit in der AuLa weiter zu verstärken und gemeinsame Veranstaltungen durchzuführen.

Gefördert wurden der Umbau und die Ausstattung der WG-Räume sowie der Bau des Beratungs- und Begegnungshauses.

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